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Neues Rollmaterial überzeugt
Auf der
Talstrecke zwischen Luzern und Giswil sollen noch in diesem
Frühjahr die neuen Niederflurzüge eingesetzt werden. Bahn +
Bus Obwalden wollte die Produktion der neuen Züge direkt
begutachten. Im Betrieb Altenrhein der Firma Stadler AG
liessen sich über 20 Interessierte die Produktion der Züge
zeigen. Neben dem generellen Eindruck einer gut organisierten
Firma konnte auch das neue Rollmaterial überzeugen. Bahn + Bus
Obwalden ist überzeugt, dass mit dem ‚SPATZ’ die Attraktivität
der Bahnlinie deutlich zunehmen wird.
Im
globalisierten Markt ist es nicht selbstverständlich, dass
Eisenbahnzüge noch in der Schweiz produziert werden. Doch die
neuen Züge der Zentralbahn werden in einer Fabrik am Bodensee
gefertigt. Bahn + Bus Obwalden wollte diese geografische Nähe
nutzen und lud zu einer Besichtigung der Stadler AG ein. Eine
beachtliche Gruppe von über 20 Personen folgte dem Aufruf. Am
Freitag, 11. März, begrüsste der BBO-Präsident Peter Spichtig
die Interessierten in der Südostbahn ab Luzern. Er betonte,
dass die Interessengemeinschaft auf verschiedener Ebene
mitarbeite, um die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs zu
verbessern. Die Fahrt wurde dazu genutzt, um in einem Info-
und Diskussionsblock die technischen und organisatorischen
Veränderungen mit dem neuen Rollmaterial näher kennen zu
lernen. Der Leiter des Flottenmanagements der Zentralbahn,
Karl Birchler, der die Produktion der Züge begleitet, konnte
aus erster Hand informieren.
Stadler AG mit
starkem Nischenprodukt
Die Gruppe wurde
in Altenrhein vom Verkaufsleiter Hansruedi Zeller begrüsst. Er
zeigte auf, dass die Produktion von grossen Serien aus der
Schweiz abgezogen sei. Die Produktion von kleineren
Stückzahlen sei aber für die grossen Firmen zu wenig
interessant, weshalb sich die Stadler AG entschieden habe, in
dieser Nische flexible Angebote zu realisieren. Der Erfolg
gibt der Firma Recht, konnte sie doch in den letzten Jahren im
In- und Ausland Umsatz und Ertrag laufend steigern. Die
Details der Produktion zeigten jedoch auch, dass nicht von
Grund auf Einzelanfertigungen hergestellt werden, sondern dass
auf einem Modulsystem aufgebaut wird. Die Fabrikräume liegen
in den ehemaligen Flugzeughallen der Firma Dornier.
Die neuen Züge
tragen die Bezeichnung SPATZ, oder
Schmalspur-Panorama-Triebzug. Sie besitzen keine separate
Lokomotive, sondern die Antriebe sind im mittleren Wagen der
Komposition unterhalb der Karosserie eingebaut. Dadurch kann
der ganze Zug trotz Antrieb in der Mitte längs durchlaufen
werden.
Produktion in
vollem Gange
Auf
der Berner Seite des Brünigs stehen die ersten Züge bereits im
Einsatz. Die Wagen, die auf der Obwaldner Seite verkehren
werden, stehen noch mitten in der Produktion. Einzelne Wagen
stehen noch als rohe Aluminium-Kasten in der Werkhalle. In
anderen ist der Rohbau fertig gestellt und gegenwärtig wird an
der Verkabelung der Elektroleitungen gearbeitet. Diese
umfassen insbesondere alle nötigen Anschlüsse für die
Klimaanlage, die standardmässig eingebaut wird. Besonders
interessant war der Blick auf ein Drehgestell, wodurch die
Federung und die Bremsen mit Kunststoffbacken ersichtlich
wurde. Doch auch ein bereits fertig eingerichteter Wagen
konnte bestiegen und begutachtet werden. Ein modernes
Interieur, komfortable Einstiege und ein grosses,
behindertengerechtes WC fielen den Besuchern besonders auf.
Insgesamt
entstand bei den Teilnehmern des Ausflugs der Eindruck einer
soliden Firma, die stark auf Kundenwünsche eingehen kann. In
der Ausschreibung hatte BBO geschrieben: "Lieber den Spatz in
der Hand … und noch besser auf der Schiene".
Betriebsaufnahme
im Mai
Karl
Birchler von der Zentralbahn führte aus, dass der Einsatz ab
dem Monat Mai geplant sei. Allerdings gäbe es einige
Unsicherheiten, da der Praxistest und die Abnahme erst nach
der Ablieferung im Raum Meiringen durchgeführt werden könne.
Und bei einer komplexen Maschine könnten immer
Ergänzungsarbeiten notwendig werden. Zudem müsse man noch
einen besonderen Transport organisieren, indem die ganzen
Kompositionen mit Zahnradlokomotiven über den Brünigpass
geschleppt werden müssen.
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