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Besichtigung der Stadler Altenrhein AG


Am Freitag, 11. März besuchte eine Gruppe von 25 Personen auf Einladung der  BBO die Stadler Altenrhein AG. Nachfolgend ein Bericht zu diesem interessanten Ausflug an den Bodensee. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Hansruedi Zeller von der Stadler Altenrhein AG für die kompetente und lehrreiche Führung sowie Karl Birchler von der Zentralbahn für die Begleitung und sachkundigen Informationen.


 

Neues Rollmaterial überzeugt

Auf der Talstrecke zwischen Luzern und Giswil sollen noch in diesem Frühjahr die neuen Niederflurzüge eingesetzt werden. Bahn + Bus Obwalden wollte die Produktion der neuen Züge direkt begutachten. Im Betrieb Altenrhein der Firma Stadler AG liessen sich über 20 Interessierte die Produktion der Züge zeigen. Neben dem generellen Eindruck einer gut organisierten Firma konnte auch das neue Rollmaterial überzeugen. Bahn + Bus Obwalden ist überzeugt, dass mit dem ‚SPATZ’ die Attraktivität der Bahnlinie deutlich zunehmen wird.

Im globalisierten Markt ist es nicht selbstverständlich, dass Eisenbahnzüge noch in der Schweiz produziert werden. Doch die neuen Züge der Zentralbahn werden in einer Fabrik am Bodensee gefertigt. Bahn + Bus Obwalden wollte diese geografische Nähe nutzen und lud zu einer Besichtigung der Stadler AG ein. Eine beachtliche Gruppe von über 20 Personen folgte dem Aufruf. Am Freitag, 11. März, begrüsste der BBO-Präsident Peter Spichtig die  Interessierten in der Südostbahn ab Luzern. Er betonte, dass die Interessengemeinschaft auf verschiedener Ebene mitarbeite, um die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs zu verbessern. Die Fahrt wurde dazu genutzt, um in einem Info- und Diskussionsblock die technischen und organisatorischen Veränderungen mit dem neuen Rollmaterial näher kennen zu lernen. Der Leiter des Flottenmanagements der Zentralbahn, Karl Birchler, der die Produktion der Züge begleitet, konnte aus erster Hand informieren.

Stadler AG mit starkem Nischenprodukt

Die Gruppe wurde in Altenrhein vom Verkaufsleiter Hansruedi Zeller begrüsst. Er zeigte auf, dass die Produktion von grossen Serien aus der Schweiz abgezogen sei.  Die Produktion von kleineren Stückzahlen sei aber für die grossen Firmen zu wenig interessant, weshalb sich die Stadler AG entschieden habe, in dieser Nische flexible Angebote zu realisieren. Der Erfolg gibt der Firma Recht, konnte sie doch in den letzten Jahren im In- und Ausland Umsatz und Ertrag laufend steigern. Die Details der Produktion zeigten jedoch auch, dass nicht von Grund auf Einzelanfertigungen hergestellt werden, sondern dass auf einem Modulsystem aufgebaut wird. Die Fabrikräume liegen in den ehemaligen Flugzeughallen der Firma Dornier.

Die neuen Züge tragen die Bezeichnung SPATZ, oder Schmalspur-Panorama-Triebzug. Sie besitzen keine separate Lokomotive, sondern die Antriebe sind im mittleren Wagen der Komposition unterhalb der Karosserie eingebaut. Dadurch kann der ganze Zug trotz Antrieb in der Mitte längs durchlaufen werden.

Produktion in vollem Gange

Auf der Berner Seite des Brünigs stehen die ersten Züge bereits im Einsatz. Die Wagen, die auf der Obwaldner Seite verkehren werden, stehen noch mitten in der Produktion. Einzelne Wagen stehen noch als rohe Aluminium-Kasten in der Werkhalle. In anderen ist der Rohbau fertig gestellt und gegenwärtig wird an der Verkabelung der Elektroleitungen gearbeitet. Diese umfassen insbesondere alle nötigen Anschlüsse für die Klimaanlage, die standardmässig eingebaut wird. Besonders interessant war der Blick auf ein Drehgestell, wodurch die Federung und die Bremsen mit Kunststoffbacken ersichtlich wurde. Doch auch ein bereits fertig eingerichteter Wagen konnte bestiegen und begutachtet werden. Ein modernes Interieur, komfortable Einstiege und ein grosses, behindertengerechtes WC fielen den Besuchern besonders auf.

Insgesamt entstand bei den Teilnehmern des Ausflugs der Eindruck einer soliden Firma, die stark auf Kundenwünsche eingehen kann. In der Ausschreibung hatte BBO geschrieben: "Lieber den Spatz in der Hand … und noch besser auf der Schiene".

Betriebsaufnahme im Mai

Karl Birchler von der Zentralbahn führte aus, dass der Einsatz ab dem Monat Mai geplant sei. Allerdings gäbe es einige Unsicherheiten, da der Praxistest und die Abnahme erst nach der Ablieferung im Raum Meiringen durchgeführt werden könne. Und bei einer komplexen Maschine könnten immer Ergänzungsarbeiten notwendig werden. Zudem müsse man noch einen besonderen Transport organisieren, indem die ganzen Kompositionen mit Zahnradlokomotiven über den Brünigpass geschleppt werden müssen.

 

 

Starke Eindrücke der Besucher

 

 


Alois Mathis, Kerns:

"Die Firma hinterliess einen sehr positiven Eindruck bei mir. Sie hat sich Zeit genommen, ist auf Fragen gut eingegangen. Und in der Produktionshalle war es auffallend sauber. Die neuen Züge wirkten zeitgemäss, modern, elegant. Mit Rot-schwarz-weiss wurden ansprechende, klare Farben gewählt."

 

 

 

Albert Bucheli, Vertreter der Wirtschaft in der Kerngruppe BBO:

"Vor dem Besuch war mein Bild von der Eisenbahn geprägt von verstaubter Technik mit einer nur schleppenden Modernisierung. Heute erhielt ich den Eindruck einer Firma mit neuen Ideen, von einer breiten Verwendung von Leichtmetall, von einem kundenorientierten Produkt. Deshalb bin ich überzeugt, dass der SPATZ den Leuten Spass machen wird."

 

 

 

Toni Burch, Stalden:

"Mich beeindruckte die sehr interessante Präsentation, aber auch die gute Organisation. Das Innere der Wagenkästen wird man nachher nie mehr sehen. Deshalb bin ich froh, dass ich mitgekommen bin."

 

 

 

Organisation

Die Organisatoren der Besichtigung (von links):
Karl Birchler, Zentralbahn; Hansruedi Zeller, Stadler Altenrhein AG; Beat von Wyl, Walter Limacher, Peter Spichtig, Albert Bucheli (alle Kerngruppe BBO)


 

 

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Aktualisiert: 21.03.2005
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