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Bahnhof Giswil - Bediente Selbstbedienung |
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Interview
mit der Leiterin Doris Ming, 3. November 2003
Grosse
Nachfrage – idealer Ort
Mit
der Automatisierung der Brünigstrecke braucht es kein
technisches Personal mehr. Deshalb wurde Ende Mai 2003 im
Bahnhofgebäude Giswil der gewohnte Bahnschalter aufgehoben.
Die Impulse durch BBO und die Suche nach einem neuen Tourismusbüro
in Giswil führten schlussendlich zur heutigen Lösung, die im
SBB-Jargon Bediente Selbstbedienung heisst. Unter dem Namen Tourismus-
und Reisecenter führt Giswil-Mörlialp-Tourismus sein neues Büro,
das mit dem Reisebüro Preisig und einer Internet-Immobilienfirma
gemeinsam betrieben wird. Per Vertrag mit der SBB Brünig leistet
das Büro gleichzeitig Beratungs- und Auskunftsdienste zu Gunsten
der Bahnkunden. BBO wollte nach einer Betriebszeit von knapp sechs
Monaten wissen, wie sich das Konzept bewährt.
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Doris Ming, Sie leiten das neue ‚Verkehrsbüro’. Können die verschiedenen Geschäfte gut miteinander verbunden werden, das heisst: können die erhofften Synergien tatsächlich genutzt werden?
D.M.: Im Allgemeinen funktioniert es sehr gut. Das Immobiliengeschäft benötigt täglich ca. 1 Stunde, die man zeitlich selber bestimmen kann. Tourismusbüro und Reisebüro überschneiden sich oft, so dass ganz direkte Synergien entstehen. Und während den Öffnungszeiten können wir auch den Bahnkunden manchen Service bieten.
Wie gross ist die Nachfrage von Seiten der Bahnkunden? Welches sind die häufigsten Fragen?
D.M.: Die Nachfrage ist sehr gross. Im Sommer waren es etwa zur Hälfte Einheimische und Touristen, die hier vorbeikamen. Einige sind noch irritiert, weil sie den gewohnten Schalter nicht finden, andere gehen wieder weg. Kommt jemand herein, so fängt es an mit ganz einfachen Fragen, wo denn das WC sei. Billetverkauf und Fahrplanauskünfte werden oft verlangt, oft auch ausserhalb der Brünigstrecke. Im Allgemeinen stelle ich fest, dass es viel Frust und Unverständnis gibt, dass die Dienstleistungen von der Bahn reduziert wurden.
Bezüglich Billetverkauf helfen wir ab und zu am Automaten. GA und Halbtax können wir über das Reisebüro anbieten, andere Billette besorgen wir ab und zu als Dienstleistung.
Wie stark wird der Warteraum benützt?
D.M.: Bei schlechtem Wetter ist das Bänkli oft voll, natürlich vor allem von älteren Leuten. Unbefriedigend ist es, wenn das Tourismusbüro schliesst und die Leute noch warten müssen. Und am Wochenende ist das Büro ohnehin geschlossen. Für uns stimmt die Lösung, für die KundInnen nur teilweise.
Wie wichtig ist Ihr Standort hier im Bahnhofgebäude?
D.M.: Es gäbe nur wenige Alternativen. Drüben bei Bank und Post oder sonst in der Nähe. Die Nähe von Bahnhof und Hauptstrasse ist ideal.
Doris Ming, haben Sie Wünsche oder Anliegen für die Zukunft?
D.M.: Im Allgemeinen läuft es ganz gut. Ein Schildli als Hinweis zum WC wäre sehr nützlich. Für die Wochenenden und morgens und abends, wenn unser Büro geschlossen ist, sollte im Freien ein Ort zum Warten sein, wo es nicht zieht.
Doris Ming, wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und danken für das Gespräch.
Interview: Beat von Wyl
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